SOS

Aus Solche
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SOS

Unser Bug hat das Meer geschnitten,
seit der allerersten Nacht.
Ich hab, du hast viel gelitten, viel gestritten,
viel gemacht.
Wir ziehen den Kahn hinüber,
immer weiter – Stück für Stück.
Und so mancher von den anderen brach
sich dabei das Genick.
Schade um die schönen Augen,
die da standen, kannten sich.
Rollten hin und rollten her,
wirkten nicht ganz fürchterlich.
Sand und Meer und ferne Inseln,
Riff und Sturm und sonst noch was,
ich wäre nicht so gern ertrunken,
darum ist das Wasser nass.
SOS – im freien Fall seit dem allerersten Knall,
SOS – fragt der im Schnee, ob ich Dich je wiederseh
SOS – kommt mit vorbei, es ist keinem einerlei.
Und selbst der im Würgegriff schreit noch:
Rettet unser Schiff!
Sag nie, wie lang bist du krank.
Frag nie, wer da mit versank.
Die Sonne geht nun unter, du bist schon lange da,
holst all die andern runter – ein letztes Mal.
Ich sehe noch deine Münder, du tanzt den grossen Dreh –
am Grunde der See.
Wie lange wird das dauern,
ist das mein Kopf, der leckt?
Ich werde dich nicht bedauern, bleibe versteckt ...
Mit meinen trüben Worten,
die nicht mal ich versteh
am Grunde der See.